OPF Ottomotorpartikelfilter

Derzeit ist der Ottomotor Partikelfilter, abgekürzt OPF, sowie häufig auch als GPF (Gasoline Particulate Filter) bezeichnet, in aller Munde. Doch worum handelt es sich hierbei eigentlich genau? Jeder von uns weiß um die Bedeutung des schon seit langer Zeit flächendeckend verbreiteten Dieselpartikelfilters DPF Bescheid. Ist der OPF nun ein vergleichbares technisches Bauteil wie der Dieselpartikelfilter? Wo liegen die Unterschiede? Stimmen die Mythen über schlechtere Verbrauchs- und Emissionswerte? Und gibt es wie beim Dieselpartikelfilter einen Bezug zum Motoröl? Wir haben für Euch zu diesen Fragen recherchiert und möchten kurz und knapp darüber aufklären.

OPF - ZURÜCKZUFÜHREN AUF DIE NEUEN EURO-NORMEN?

Ab dem 01.09.2018 ist die Abgasnorm Euro 6c für alle neu zugelassenen Neuwagen verbindlich geworden. Das bedeutet, dass Neuwagen, die seit dem 01. September 2018 zugelassen werden, mindestens diese EU Abgasnorm erfüllen müssen. Zum 01.09.2019 tritt die Pflicht zur Erfüllung der Euro 6d-Temp Abgasnorm in Kraft. Ab September 2019 können also nur noch Neuwagen zugelassen werden, die die Euro 6d-Temp Norm erfüllen.

Bereits mit der Einführung der Euro 6c Norm sind die Emissionsgrenzwerte für Rußpartikel auf ein Zehntel gegenüber der vorherigen Norm reduziert worden.

Für uns kommt an dieser Stelle die Frage auf:

Rußpartikel? Sind die denn überhaupt noch ein Problem?

Die Antwort lautet: Ja, sogar ein schwerwiegenderes als früher. Während der früher viel kritisierte Rußpartikelausstoß des Dieselmotors durch die Einführung des Dieselpartikelfilters auf ein Mindestmaß reduziert worden ist, hat sich der Benzinmotor während der letzten Jahre in dieser Hinsicht gegensätzlich entwickelt. Moderne, kraftstoffeffiziente Direkteinspritzermotoren mit immer stärkerer Turboaufladung emittieren mehr Rußpartikel als ihre weniger kraftstoffeffizienten Vorgänger. Der Grund hierfür liegt darin, dass Kraftstoff, welcher in den Brennraum eingespritzt wird, nicht immer vollständig verbrennt. Diese Kraftstoffreste bilden Ruß. So war der Rußpartikelausstoß von Direkteinspritzerbenzinmotoren lange Zeit nur schwer messbar, da es sich hierbei um sogenannten Ultrafeinpartikel handelt. Bereits länger ist jedoch bekannt, dass eben Otto-Direkteinspritzermotoren den Rußpartikelausstoß von modernen Dieselmotoren teils um das vielfache übertreffen. Um dieser Problematik entgegenzuwirken sind die Emissionsgrenzwerte mit den neu eingeführten Abgasnormen weiter herabgesetzt worden. Die Antwort der Automobilhersteller lautet: OPF.

WIE FUNKTIONIERT EIN OPF EIGENTLICH UND WELCHE KONSEQUENZEN HAT DAS?

Der OPF funktioniert sehr ähnlich wie der Dieselpartikelfilter. Vereinfacht erklärt wird das Abgas durch einen Keramikfilter geführt, durch den die Rußpartikel nicht hindurch gelangen können und so wirksam ausgefiltert werden. Dabei hat der OPF gegenüber dem Dieselpartikelfilter sogar folgenden Vorteil: Er muss nicht intervallmäßig vom Fahrzeug gereinigt werden, da die Rußpartikel im Benzinmotor wesentlich kleiner sind und das Abgas des Ottomotors so heiß ist, dass die Partikel direkt zu CO2 verbrennen. In dieser Folge wird die CO2-Emission der Fahrzeuge mit OPF wiederum leicht gesteigert. Rein physikalisch lässt sich auch ein minimal gesteigerter Kraftstoffverbrauch von Motoren mit OPF gegenüber jenen ohne Filter erklären: Durch das Einfügen eines Filters in den Abgasstrang erhöht sich der Abgasgegendruck. Dieser wirkt sich zwangsläufig (wenn auch minimal) auf den Kraftstoffverbrauch aus.

WELCHEN BEZUG GIBT ES ZUM MOTORÖL?

Zuletzt stellt sich die Frage, ob die Applikation des Ottopartikelfilters strengere Anforderungen an die Auswahl eines geeigneten Motoröls stellt. Hierzu ist festzuhalten, dass die Automobilhersteller bisher keine neuen Freigaben veröffentlicht haben, die speziell und ausdrücklich auf die Verwendung in Fahrzeugen mit Ottopartikelfilter abgestimmt sind. Wir als Händler beobachten jedoch, dass, ähnlich wie bei Fahrzeugen mit Dieselpartikelfilter, für Fahrzeuge mit Ottopartikelfilter vermehrt ausschließlich Motoröle freigegeben werden, die die Low-SAPS Eigenschaften erfüllen. Diese Aussage stellt jedoch keinesfalls eine allgemeingültige Regel dar. Für die Wahl des geeigneten Motoröls sind stets die Angaben in Ihrem Fahrzeughandbuch maßgeblich! Gerne hilft unser Team Ihnen hier telefonisch oder E-Mail weiter. Wie Sie mit uns in Kontakt treten können, erfahren Sie in unserem Impressum.