Motorrad Oelwechel

Beim Kauf und Wechsel des Motoröles für Motorräder gibt es eine Vielzahl von Kriterien zu beachten.

Motoren unterliegen stetigen  Weiterentwicklungen und werden dadurch immer komplexer in ihrer Zusammensetzung und Arbeitsweise.

 

Die Relevanz, das richtige Motoröl zu kaufen nimmt somit zu! Denn nur dadurch rufen die hochmodernen Motoren auch ihre Höchstleistungen ab.  

 

Unterschied zwischen Auto-Motoröl und Motorrad-Motoröl:

Vor einer differenzierten Betrachtung von Motorrad Motorölen, gilt es diese ganz klar von PKW-Ölen zu trennen. Die wichtigsten Gründe eine klare Unterscheidung zu treffen, sind dabei wie folgt:

 

    1. 1. Automobile nutzen verschiedene Öle, um jeweils den Motor, das Getriebe und die Hinterachse zu schmieren. Jedes dieser Öle ist somit auf die einzelnen Bereiche abgestimmt. Bei Motorrädern und Mopeds ist das anders, dort ist das Öl für die gesamte Schmierung verantwortlich. Ausnahmen hierbei gibt es natürlich auch, bei denen ein separates Kettenöl oder Gabelöl verwendet wird.

 

    1. 2. Motorräder fahren mit deutlich höheren Drehzahlen, etwa 1,3-1,5 Mal höher als bei PKWs.

 

    1. 3. PKW Motoren werden  in der Regel wassergekühlt. Motoren von Motorrädern können dabei wasser- oder luftgekühlt sein. Dadurch entstehen bei Motorrädern unterschiedliche Betriebstemperaturen.

 

  1. 4. Das Verhältnis zwischen Hubraum und Leistung ist bei PKWs und Motorrädern völlig anders. Motorrad Motoren  müssen unter diesem Verhältnis bei kleinerem Hubraum höhere Leistungen abrufen. Bei den 2-Rad-Motoren kann sich das Öl somit auf bis zu 160 Grad erhitzen und muss trotz dessen eine optimale Schmierung gewährleisten.

 

Maschinen- und  Motorradtypen:

Das Motoröl bei Motorrädern muss nicht nur den zuvor genannten Unterschieden genügen, sondern auch speziell auf Maschinen- und Motorradtypen abgestimmt sein. Dazu gilt es diese einmal zu unterteilen.

 

Unter Maschinentypen werden beispielsweise Motorcross, Rennsport, Mopeds und Cruiser verstanden. Auch dieser arbeiten unter verschiedenen Drehzahl- und Temperaturbereichen. Doch besonders auf die Motortypen gilt es zu achten,  da diese im Motorradbereich wesentliche Schmierunterschiede aufweisen. Bei den Motortypen wird in 2-Taktern und 4-Taktern unterschieden.

 

Beim 2-Takter wird das Öl mit dem Benzin vermischt. Das geschieht über eine manuelle Vermischung und dem Einführen in den Tank oder über die sogenannten Getrenntschmierung, bei der pures Benzin und 2-Takt-Motoröl getrennt voneinander dem Motor zugeführt werden. Die Vermischung erfolgt dann automatisch durch den Motor. Bei beiden Prozessen wird das Gemisch direkt verbrannt und erfordert deshalb vom Ölanteil eine gute und saubere Verbrennung. Eine Reduzierung des Aschegehaltes und der Zähflüssigkeit (Viskosität) machen dies möglich. 

 

Beim 4-Takter erfolgt keine Vermischung beider Substanzen. Dieser Motortyp verfügt über einen abgetrennten Ölkreislauf, um Kolben, Kurbellwellen und das Getriebe zu schmieren. Der Fokus liegt auf der langanhaltenden Schmierfähigkeit und zeichnet sich somit durch einen hohen Rußanteil aus.

 

Hinweis:

Wird ein 4-Takt-Öl in einen 2-Takt-Motor gefüllt, zeichnet sich eine unmittelbare Rauchbildung ab, da das 4-Takt-Öl nur schwer verbrannt wird.  Die unsaubere Verbrennung wird zudem Ablagerungen im Verbrennungssystem hinterlassen. Über die Zeit nimmt dies Einfluss auf die Funktionalität des Auspuffs, welcher letztendlich einen Motorschaden nach sich ziehen kann.

 

 

Chemische Zusammensetzungen von Motorrad Motorölen:

Neben den wichtigsten Eigenschaften der Motorräder und ihrer Motoren, ergeben sich obendrein Differenzen in den chemischen Zusammensetzungen der Öle. Hier die wichtigsten Unterschiede:

 

Das mineralische Öl:

  • -Aus Erdöl gewonnenes Motorenöl
  • -Mit Additiven legiert
  • -Als grober Nutzungsrahmen gelten 5000km oder 1 Jahr

 

Das teilsynthetische Motorenöl:

  • -Mineralisches Öl, verbesset mit Additiven
  • -Vorteil ist die längere Nutzungsdauer
  • -Verbessertes Temperaturverhallten (besonders wichtig für luftgekühlte Motoren)

 

Das synthetische Motorenöl:

  • -Ebenfalls aus Erdöl gewonnen
  • -Durch Syntheseverfahren in der Aufbereitung werden chemische Eigenschaften geschaffen, die sonst nicht zustande kämen (künstliche Erzeugung)
  • -Besonders hohe Laufleistungen
  • -Schmierfähigkeit auch bei Hochtemperaturen (bis zu 160 Grad)
  • -Hält besonders hohen Drehzahlen stand
  • -Besonders niedrige Rußentwicklung
  • -Vor allem für Rennmaschinen zu empfehlen

 

Viskositäten:

Zu den typischen Viskositäten im Motorradbereich gelten 10W-40, 10W-50, 20W-40, 20W-60 sowie SAE 60. So setzt Harley Davidson in den meisten Fällen auf spezielle SAE 20W-50 Motoröle, die langanhaltend optimale Motorschmierungen garantieren. Suzuki hingegen empfiehlt in der Regel 10W-40 Motoröle, Kawasaki setzt verstärkt auf 5W-40 Motoröl . Bei all diesen Ölen handelt es sich um verhältnismäßig zähflüssigere Schmierstoffe, da nur diese den Belastungen bei hohen Motortemperaturen gerecht werden. Viskositäten wie 0W-16 oder 0W-20 werden Sie im 2-Rad-Bereich nicht finden, da diese Schmierstoffe zu dünnflüssig sind und zu verstärken Problematiken führen würden, wie dem Durchrutschen der Kupplung.  

 

Spezifikationen/Freigaben:

Viskositäten unterliegen natürlich gewissen Spezifikationen/Freigaben, die für das Öl eines bestimmten Motorrades vorgeschrieben sind. Folglich gilt es beim Blick auf das Öl nicht nur die Viskosität zu beachten, sondern auch die dafür notwendige Spezifikation. Institutionalisierte Freigabenormen wie ISO, API und SAE gelten hierbei nicht nur für PKWs, sondern auch für Motorräder. Lediglich die JASO (Japanese Automotive Standard Organization) Freigaben beziehen sich ausschließlich auf Motorräder, besonders auf die in Asien hergestellten.

 

Hier die JASO-Spezifikation kurz und kompakt:

JASO MA/MA1 – Für Motorräder mit Nasskupplung  (4-Takt-Motoren)

 

JASO MA2 – Für moderne Motorradmotoren mit steigenden Drehmomenten (4-Takt-Motoren)

 

JASO MB – Für Motorräder mit Trockenkupplung bzw. separat geschmiertem Getriebe  (4-Takt-Motoren)

 

JASO FB = ISO-EGB (2-Takt-Motoren) – für leichte Betriebsbedingen, meist mineralisches Öl

JASO FC = ISO-EGC (2-Takt-Motoren) – für mittlere Betriebsbedingungen, meist teilsynthetisches Öl

JASO FD = ISO-EGD (2-Takt-Motoren) – für mittlere Betriebsbedingungen, meist synthetisches Öl, welches raucharm verbrennt.

 

Beispiel an einem Suzuki Handbuch:

Nach all den theoretischen Gesichtspunkten möchten wir Ihnen ein Beispiel anhand eines Suzuki Handbuches geben.

 

Im ersten Punkt wird direkt auf die Viskosität 10W-40 hingewiesen, welche minimal einer API SG und JASO MA genügen muss. Bei der API-Freigabe ist gemeint, dass API SG, SL, SM und SN gelten. Begründet durch die Tatsache, dass die neuen Klassifikationen „SL“ und „SM“ durch eine verbesserte Zusammensetzung die „niedrigeren“ Freigabewerte ersetzen.

 

Die zweite Abbildung gibt die Wirkungsbereiche der Viskositäten an. Unter der Annahme, dass ein Suzuki Fahrer in einer deutlich kälteren Region unterwegs wäre oder auch im Winter fährt, sollte eher ein 5W-30 Motoröl gewählt werden, anstatt das ursprünglich empfohlene 10W-40.

 

Unter dem Punkt „energy conserving“ greift der Verweis auf strikt verbotene Freigaben. In diesem Fall gilt dieses Verbot für API SH und höher. Grund dafür sind enthaltene „Energy Conserving“ oder „Ressource Conserving“ Indikatoren, welche nicht für den jeweiligen Motor geeignet wären.

 

Das richtige Motorrad Motoroel

 

Fazit:

Bei der Wahl des richtigen Motoröles für Ihr Motorrad gilt es einiges zu beachten. Und diese sollten auch beachtet werden! Denn nur ein passendes Motoröl kann die maximale Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit des Motors garantieren. Um Verschließ, Leistungseinbußen und Motorschäden zu entgehen, sollten Sie die oben genannten Punkte schematisch aufnehmen. Als optimaler Leidfaden für die Suche des richtigen Schmierstoffes gilt wie im PKW-Bereich auch hier der Blick in das Herstellerhandbuch.

 

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