Zukunft vom Motoroel

Vor mehreren Jahren galt beim Kauf eines neuen Motorenöles immer die Weisheit: „Kaufe ein 10W-40 oder 15W-40, damit kannst du nichts falsch machen.“

Eine Daumenregel, die im heutigen Vergleich längst überholt ist. Das hat zwei ganz einfache Gründe: Zum einen sind die Herstellerfreigaben und Spezifikationen für moderne Motoren unerlässlich geworden und zum anderen benötigen diese immer mehr Öle mit niedrigeren Viskositätsklassen.

Doch was genau hat dies mit dem Aussterben von Ölen zu tun?

 

Synthetische Öle auf dem Vormarsch

Mit mineralischen Ölen, deren Charakteristikum eine kaum behandelte Ölbasis ist, begann die Schmierung der ersten Automobile. Durch ihre geringe chemische Behandlung gehören sie im Gesamtvergleich zu den preisgünstigeren Ölen. Spätestens mit der Einführung von Mehrbereichsölen (bspw.10W-40) mussten die Öle chemisch verbesserte werden, um die Motoren in den Winter- und Sommermonaten  stets optimal zu schmieren.

 

Die zeitgleich voranschreitende Motorentechnologie fordert perfekt abgestimmte Öle, bspw. mit einem festen Ölfilm und hoher Hitzebeständigkeit. Kolben können mittlerweile Temperaturen von bis 350 Grad ausgesetzt werden. Diese Anforderungen übersteigen das Mögliche eines mineralischen Öles. Somit finden diese nur noch in älteren Fahrzeugen oder auch Baufahrzeugen Verwendung. Für alle neuen Autos werden sie in Zukunft keine Option mehr darstellen.

 

Immer weniger 15W-40 Öle werden hergestellt

Die Anforderungen der Motorentechnologie werden auch keinen Halt vor den Viskositätsklassen machen. Perfekt aufeinander abgestimmte Motoren, bei denen Hohlräume von der Breite eines Haares geschmiert werden müssen, benötigen dünnere Motorenöle, die sich schnellstmöglich und ohne Leistungsverlust im Motorraum ausbreiten. 15W-40 Öle sind dazu viel zu dickflüssig. Die Nachfrage nach niedrigen Viskositäten, also dünnerem Öl, wird in Zukunft steigen. Die nach 15W-40 Ölen hingegen drastisch sinken.

 

Die Nachfrage und das Angebot von Motorölen mit geringeren Viskositäten belegen dies. Castrol vermeldet offiziell, dass ihr Verkaufsanteil der 15W-40 Öle innerhalb von zehn Jahren von 40% auf 10% gesunken ist. 5W-30 Öle bilden nun den Verkaufsschlager. Der Ölhersteller Ravenol belegt den Trend, indem es die neue Viskosität 0W-16 einführte und den Produktbereich der Niedrigviskositäten ausbreitete.

 

Zusätzlich versuchen die Automobilhersteller immer wieder  mit einem geringeren Kraftstoffverbrauch aufzutrumpfen. Da gilt es auch am perfekten Motorenöl zu arbeiten. Ein Leichtlauföl (Öl mit niedrigeren Viskositäten) kann bspw. bis zu 6% Kraftstoff auf Kurzstrecken einsparen.

 

Nicht willkürlich das 15W-40 wechseln

Trotz der klaren Vorteile synthetischer Ölen mit niedrigen Viskositäten, sollten Fahrzeughalter nicht willkürlich auf dieses Produkte setzen. Wird ihrem Fahrzeug explizit ein mineralisches Öl oder die Viskosität 15W-40 empfohlen, sollten Sie dies auch weiterhin verwenden.

 

Wird ein zu dünnflüssiges Öl verwendet, wird keine optimale Schmierung garantiert. Es kommt zu extremen Reibungen im Motor, die zu einem verstärkten Verschleiß führen. Zudem entsteht eine extreme Hitze im Motor und es kann zum Motorschaden kommen.