Motoröl mischen?

Die Frage, ob Motoröl gemischt werden darf, stellt man sich oft erst dann, wenn es soweit ist. Bei einer Routinekontrolle sieht man, dass der Ölstand zu niedrig ist oder aber der Bordcomputer moderner Autos sagt uns, dass Motoröl nachgefüllt werden muss. Da es sich bei Motoröl um ein „unsichtbares“ Produkt - das Auto fährt ja trotzdem, nur nicht mehr allzu lange - handelt, sind viele Autofahrer zunächst überfragt. Welches Motoröl ist drin? Kann jedes beliebige Motoröl nachgefüllt werden? Nicht zuletzt führen die unterschiedlichen Angaben der Motoröl- und Automobilhersteller zu einer immer größer werdenden Verunsicherung der Verbraucher. Nicht wenige Autobauer produzieren eigens entwickelte Produkte mit markeneigenen Freigaben für Ihre Fahrzeuge. Eigenständige Ölhersteller, wie Shell oder Castrol bieten im Gegenzug hochqualitative Alternativen an. Kann Motoröl also gemischt werden? Grundsätzlich gilt: Motoröl kann gemischt werden, denn selbst bei einem kompletten Ölwechsel verbleibt ein gewisser Anteil an Altöl im Motor, weshalb eine Vermischung von Motorölen in geringem Anteil per se kein Problem ist.

Nachfolgend finden Sie die häufigsten Fragen, mit denen wir bezüglich der Vermischung von Motorölen konfrontiert werden.

ATO24 Motoröl Beratung

Können Motoröle mit verschiedener Viskosität gemischt werden?

Ein 5W-30 kann mit einem 5W-40 gemischt werden. Lediglich muss die Verwendung beider Motoröle vom KFZ-Hersteller durch die passende Freigabe zugelassen sein. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Viskositäten übereinstimmen. Beispielsweise in SAE 5W-30 sollte daher mit einem SAE 5W-30 oder mit einem SAE 5W-40 gemischt werden. Die Verwendung eines 5W-20 führt zu einer Absenkung der Viskosität und damit zu veränderten Schmiereigenschaften. Generell kann ein Motoröl mit einer niedrigeren Viskosität eingefüllt werden, wenn innerhalb nächster Zeit sowieso ein Wechsel des Motoröls ansteht. Jedoch raten wir dazu langfristig ein Öl mit der passenden Viskosität zu verwenden.

Ist es möglich, mineralische und synthetische Öle miteinander zu mischen?

In diesem Fall ist insbesondere auf die Spezifikationen und Freigaben der einzelnen Motoröle zu verweisen. Es ist häufig so, dass mineralische Motoröle nicht dieselben Spezifikationen bzw. Freigaben haben, dann ist vom Mischen der Öle dringend abzuraten. Denn nur, wenn hier eine Übereinstimmung stattfindet, können die Öle zusammen im Fahrzeug vermischt werden. Ferner sollten 2-Takt- Motoröle nicht mit 4-Takt-Motorölen gemischt werden. Wird bei einem Motor ein Öl aufgefüllt, das keine passende Freigabe oder Spezifikation besitzt, dann kann das im schlimmsten Fall zu einem Motorschaden und erhöhtem Verschleiß führen.

Dürfen Motoröle verschiedener Hersteller gemischt werden?

Dies ist in der Regel problemlos möglich. Zu beachten ist lediglich erneut, dass die Motoröl-Spezifikation bzw. Freigaben übereinstimmen und beide Öle für Ihr Fahrzeug vom Hersteller zugelassen sind. Jeder Hersteller verwendet für seine Motoröle eine eigene „Mixtur“ (Additivpakete etc.) – die einzelnen Bestandteile der Öle führen jedoch nicht zu einer schädigenden Reaktion für den Motor.

Wie steht es um die Qualität von gemischten Motorölen?

Sofern sie vorgegebene Spezifikationen beachten, dürfen Öle untereinander gemischt werden. Die Öle können dann auch durchaus eine annehmbare Qualität aufweisen. Wenn Motoröl nachgefüllt werden muss, ist es sinnvoller Produkte verschiedener Hersteller zu mischen, als mit zu wenig Öl unterwegs zu sein.
Beachten Sie immer die Herstellerfreigaben sowie die Angaben im Fahrzeughandbuch. Diese sind maßgebend und sollten in jedem Fall befolgt werden.

Abschließend ist zu sagen, für das „normale Nachfüllen“ ist das Vermischen von Motoröl kein Problem. Allerdings raten wir davon ab, direkt beim Ölwechsel Motoröl zu mischen, sondern hier den Ölwechsel „aus einem Guss“ zu bewerkstelligen.