Motoröl Haltbarkeit

Die Haltbarkeit von Motorenölen kann aus zwei verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden. Zum einen, wie lange es im Motor seine volle Leistung beibehält und zum anderen, welches Alter ein Motoröl maximal aufweisen darf, bevor es eingefüllt wird. Im Folgenden betrachten wir den zweiten Fall.

Wie lange ist ein Motoröl haltbar?

Auf die Haltbarkeit eines Öles wirken verschiedene Faktoren ein. Ein pauschalisiertes Ablaufdatum nach etwa 5 Jahren lässt sich somit nicht attestieren. Natürlich ist das Alter ein entscheidender Faktor, jedoch wirken ebenso die Lagerungsumstände wie auch die Additivierungen darauf ein. Vor allem diese drei Faktoren müssen zusammenhängend betrachtet werden, um die Haltbarkeit zu eruieren. Dazu schauen wir uns diese im Folgenden genauer an.

 

 Auf die richtige Lagerung kommt es an

Die konstante Lagerung ist maßgebend. Eine Lagerung zwischen 4C°und 29C° ist optimal. Zudem sollten die Behältnisse, in denen sich die Motoröle befinden, in trockenen sowie sauberen Umgebungen gelagert werden.

Bei längeren Lagerungszeiten empfiehlt sich die Lagerung ohne direkte Bodenberührung. Begründet durch die Temperaturschwankungen des Bodenbelages, die sich unmittelbar auf die Temperaturen des Motoröles auswirken.   

Wenn die Behälter nach dem Öffnen wieder fest verschlossen wurden, ist es dann nicht egal, ob es in einer staubig feuchten Umgebung gelagert wird? Nein, ist es nicht! Trotz eines ordnungsgemäßen Verschlusses kann durch einen Temperaturfall Luft aus dem Behältnis nach außen strömen. Bei steigenden Temperaturen demzufolge auch hinein gelangen, bspw. durch Wasserdämpfe. Sind diese zusätzlich mit Staub vermischt, wirkt die Qualitätsminderung umso stärker.

 

Allgemeine Haltbarkeit von Ölen

Manche Hersteller benennen selbst die Haltbarkeit Ihrer Motorenöle. Im Durchschnitt liegt diese aber zwischen 3-5 Jahren, sofern die empfohlene Lagerung eingehalten wird. Zusätzlich gilt die simple Regel: Je mehr Additive im Öl, umso kürzer die Haltbarkeit.

 

Der Einfluss von Additiven

Mittels Additiven werden den einzelnen Ölen zusätzliche Eigenschaften injiziert. Beispiele dafür sind verbesserte Kaltstarteigenschaften, Verschleißschutz und Viskositätsstabilitäten. Aber genau diese Performance-Verbesserer können im schlechtesten Falle auch die Haltbarkeit negativ beeinflussen. Elemente wie Kupfer und Eisen, die in den Additiven enthalten sind, wirken als verstärkender Katalysator für den Oxidationsprozess. Würde Wasser in das Motoröl gelangen, treiben diese Zusätze den Qualitätsverlust weiter an.

 

Die aufgezeigten Faktoren helfen, eine ungefähre Schätzung einzuholen, ob das Öl noch verwendet werden kann. Doch kann das Öl auch unmittelbar auf seine Haltbarkeit geprüft werden? Auch das ist durch ein genaueres Hinschauen möglich. 

 

Wie erkenne ich ein nicht mehr haltbares Öl?

Anhand verschiedener Indizien lässt sich eine nicht mehr bestehende Haltbarkeit ausmachen. Separieren sich die Additive in Form eines Gels oder kennzeichnen Flocken bzw. ein trüber Schleier das Erscheinungsbild, haben sich die Additive vom Öl gelöst. Das Motoröl hätte somit seine Grundstruktur verloren und wäre nicht mehr einsetzbar. Gleiches lässt sich anhand von Farbveränderungen oder Kondensaten in der Flasche ausmachen. Eine milchartige Konsistenz impliziert eine zu starke Wasservermischung mit dem Öl.

 

Haltbarkeit der Motoröle auf den Flaschen ablesen

Der wohl einfachste Weg um die Haltbarkeit des Motoröles herauszufinden ist natürlich das Ablesen auf der jeweiligen Flasche. Aber auch dort liegen Tücken. So gilt keine einheitliche Gesetzgebung, ob bzw. welches Datum abgedruckt werden muss. Ein Herstellungsdatum, Ablaufdatum oder auch ein einzelner Code können abgebildet werden.  

Um eine Ausblick über die unterschiedlichen Kennzeichnungen zu geben, haben wir uns folgendes angeschaut:

 

Motoroel Flaschen Herstellungsdatum

  1. 1.     Datum unter dem Flaschenboden

Unter vielen Ölflaschen findet sich ein im Plastik gepresstes Datum wieder. In der Regel ist dies ein Kreis, in dem das abgekürzte Jahresdatum abgebildet ist. Ein darin befindlicher Pfeil verweist zusätzlich auf den dazugehörigen Monat. Jenes Datum steht letztlich für das Herstellungsdatum der Flasche und ist nicht zu verwechseln mit dem darin befindlichen Öl.

  1. 2.     Europäische Öle

In Europa gibt es keine einheitliche rechtliche Regelung, ob oder welches Datum angebracht werden muss. So drucken bspw. die Hersteller Ravenol und Castrol auf ihren Flaschen das Herstellungs-/Abfülldatum ab. VW hingegen deklariert seine Produkte ggf. auch mit dem Verweis „Verfall“. Dies impliziert das maximale Haltbarkeitsdatum.

  1. 3.     Amerikanische Öle

Amerikanische Hersteller verwenden in der Regel einen automatisch generierten Code, welcher auf jeder einzelnen Flasche abgedruckt wird. Bestes Beispiel sind die Öle von Mopar und Motorcraft. Anhand dessen lässt sich kein haltbarkeitsbezogenes Datum ablesen. Vielmehr kann nur der Hersteller den Code rückverfolgen und das Herstellungsdatum auslesen.

Amsoil hingegen hat sich an den europäischen Markt angepasst. Wo zuvor ebenfalls nur Zahlencodes vorzufinden waren, befindet sich seit kurzer Zeit auch das Herstellungsdatum.

  1. 4.     Asiatische Öle

Im asiatischen Raum werden unterschiedliche Daten verwendet. Zum einen kann ein automatisch generierter Code oder ein festes Datum abgedruckt werden. Bei dem Datum hantiert wiederum jeder Hersteller anders.

Nehmen wir bspw. die Öle der Marke Hyundai: Dort ist das Datum 14.07.02 abgebildet. Diese steht NICHT für den 14.07.2002, sondern für das Herstellungsdatum 02.07.2014. Diese Schreibweise ist typisch für den asiatischen Raum, jedoch keine feste Regel. Einige Hersteller passen sich wie Amsoil an den europäischen Markt an und nutzen die europäische Schreibweise, um auf ein Herstell-/Ablaufdatum zu verweisen.