Automatikgetriebeoel kaufen

 Bei der Getriebeproduktion geht die Automobilindustrie getrennte Wege. Automobilhersteller wie Mercedes Benz,  General Motors und Ford gehören zu denen, die zum Großteil eigene Getriebe herstellen. Die breite Masse allerdings setzt auf fremdproduzierte Schalt- oder Automatikgetriebe von ZF Friedrichshafen, Getrag, Magna, Haldes, Aisin, Allison oder Jatco.

 

Zu den unterschiedlichen Herstellern kommt hinzu, dass sich viele verschiedene Varianten von Getrieben entwickelten. Beim Kauf eines Getriebeöles stehen Verbraucher oftmals vor der Frage, welche Ersatzprodukte es gibt und welches Öl besser ist. Auf genau diese Frage möchte wir im Folgenden eingehen und schaffen dazu einen „roten Faden“ für die Suche nach dem richtigen Getriebeöl.

 

Die verschiedenen Getriebe:

Bei den Getriebearten wird in Schaltgetriebe, Halbautomatische- und Vollautomatische-Getriebe unterschieden.

 

  • Bei den Schaltgetrieben handelt es sich um die klassischen 5-7 Gang Schaltungen, die sich vor allem durch ihre verhältnismäßig geringen Herstellungskosten heute noch in vielen Autos wiederfinden.

 

 

  • Bei den halbautomatischen Getrieben handelt es sich um eine manuelle Schaltung, bei der das Kuppeln automatisiert ist und nicht vom Fahrer durchgeführt wird. Dieses Getriebe wurde vorwiegend in älteren Automobilen, wie dem VW Käfer oder Ford 17 M verbaut. Heutzutage wird jedoch nicht mehr darauf vertraut.

 

 

  • Eine echte Innovationsentwicklung zeichnet sich derweil bei den Automatikgetrieben ab. An dieser Getriebeart veränderte sich in den letzten Jahren mit Abstand am meisten. Und auf diese möchten wir im weiteren Verlauf auch genauer eingehen. Beim Automatikgetriebe handelt es sich zudem um einen Überbegriff, welcher verschiedene Varianten zusammenfasst.

     

    • Dazu gehört das stufenlose CVT-Getriebe(Continuously Variable Transmission), das Doppelkupplungsgetriebe (DCT oder auch DSG abgekürzt) sowie die klassischen  4- bis 9-Gang- Getriebe (Wandlerautomatik).

 

  • Die stufenlosen CVT-Getriebe werden vorwiegend in Automobilen aus Fernost verbaut. Kennzeichnend dafür ist die eingebaute Anfahrkupplung.

     

    Europäische Autos wurden zuvor schwerwiegend mit der Wandlerautomatik ausgestattet. Dabei entpuppte sich das neue 9-Gang Automatikgetriebe von ZF (9HP)als wahre „Schalt-Revolution“. Ausgerichtet auf Klein- und Kompaktwagen mit quer eingebautem Motor und Frontantrieb, verbessert es die Schaltung und spart bis zu 16% Kraftstoff im Vergleich zu den anderen Automatikgetrieben ein. Ein 10-Gang Automatikgetriebe steht derweil schon in den Startlöchern.

 

 

  • Das Doppelkupplungsgetriebe präsentiert sich als jüngste Form der Automatikgetriebe. Den damit verbauten Modellen wurde eine neue Form der Sportlichkeit und Sparsamkeit attestiert. Diese Getriebeart findet sich heute vor allem bei Ford, BMW, Renault, Peugeot und Porsche wieder. Honda implementierte dieses sogar bei Motorrädern. Mit Mercedes findet sich zudem ein Automobilgigant, der erst zögerlich aber nun auch in ausgewählten Modellen auf das Doppelkupplungsgetriebe setzt.

 

Standards, Teilenummern und Freigaben von Automatikgetriebeölen:

Die Suche nach einem passenden Motoröl erweist sich in der Regel als ein leichtes Unterfangen. Automobilhersteller stützen sich bei der Angabe von passenden Motorölen ausschließlich auf eine begrenze Anzahl von Spezifikationen oder selbstdefinierten Freigaben. Diese werden von Instituten festgelegt und sind international gültig. Verbraucher müssen sich somit nur an diesen Spezifikationen orientieren, mit denen auch Ersatzprodukte deutlich gekennzeichnet sind.

 

Beim Getriebeöl hingegen verhält es sich völlig anders. Durch die jeweilige Eigen- oder Fremdproduktion von Getrieben entwickeln Autobauer und Getriebehersteller eigene Produkte und versehen diese mit unterschiedlichsten Kennzeichnungen. 

 

So entwickelte Ford für selbsthergestellte Getriebe zugleich eigene Getriebeöle  von Mercon (Mercon V, Mercon SP, Mercon SV, etc.). Gleiches taten beispielsweise General Motors mit Dexron (Dexron II, Dexron III, Dexron VI, etc.) und Chrsysler mit „ATF +“ (ATF +2, ATF +3, ATF +4, etc.). Jene Produktnamen stehen für spezielle Zusammensetzungen der Getriebeöle und etablierten sich als feste Standards. Andere Hersteller von Getriebeölen  zahlen für die Lizenz, auch ihre Produkte mit diesen Standards kennzeichnen zu dürfen. Bei den Freigaben verhält es sich gleich, dort zahlen andere Ölhersteller dafür, dass die Produkte auf die Standards getestete und von den Automobilherstellern für ihre Getriebe freigegeben werden.

 

Aber auch Getriebehersteller wie ZF Friedrichshafen verkaufen eigens abgestimmte Öle für ihre Getriebe. So nutzt dieser Kennzeichnungen wie beispielsweise „6HP“(für 6-Gang-Getriebe) oder „8HP“ (für 8-Gang-Getriebe). Doch die Automobilhersteller, die genau diese Getriebe in ihren Auto verbauen, vertreiben wiederum eigene Getriebeöle, gekennzeichnet durch eigene Produktbezeichnungen oder spezielle Teilenummern (Land Rover TYK500050,  BMW 83220142516, etc.).

 

Alle existierenden Bezeichnungen und Standards hier aufzulisten, um Klarheit zu verschaffen, ist kaum möglich. Jedoch möchten wir anhand der meist genutzten und somit wichtigsten etwas Licht ins Dunkle bringen:

 

Standard / Spezifikation Automarke
ATF+4 Dodge, Jepp & Chrysler
Mercon V Ford, Mercury & Lincoln
Mercon LV Ford & Mazda in Europa und Asien
Dexron VI GM, einige Fords & vor 2004 Modelle von Toyota
ATF DW-1 Honda & Acura (ohne CVT  Getriebe)
SP- IV oder SP4 Hyundai, Mitsubishi & KIA (ohne CVT  oder Doppelkupplungsg.
Matic S, Matic K, Matic D Nissan & Subaru (JATCO Getriebe)
ATF T-IV (T4) Toyota, Lexus, Volvo & einige Audi/Volkswagen
Toyota ATF-WS Nach 2004 Modelle von Toyota & Lexus (keine nicht-hybrid CVT)

 

Insgesamt wird somit deutlich, dass Automobil- und Getriebehersteller für ein identisches Getriebe eigene Getriebeöle verkaufen. Als Verbraucher ist es dabei natürlich völlig irrelevant, für welches er sich dabei entscheidet, da beide identische Zusammensetzungen aufweisen. Die anderen Getriebeöl herstellenden Unternehmen orientieren sich zusätzlich an jenen Teilenummern oder Standards.

 

Praxisbeispiel:

Um zu deutlichen, wie schnell sich Ersatzprodukte finden lassen, schauen wir uns ein sehr weitverbreitetes Getriebe von ZF an, das „ZF 6HP26“ Dieses wurde  ab 2001 in der BMW E56/E66 7er Serie verbaut, sowie in Modellen von Jaguar, Kia, Hyundai, Volkswagen, Audi, Range Rover und Land Rover.

 

Gehen wir nun vom Falle des BMW E56 7er aus: Vom bayrischen Autokonzern wird als passendes Getriebeöl das "BMW ATF2" mit der Teilenummer „BMW 83220142516“ angegeben. Es handelt sich somit um das konzerneigene Öl. Als erste Alternative findet sich schnell das ZF LifeguardFluid 6 vom Getriebehersteller aus Friedrichshafen selbst. Bei der weiteren Suche nach dem „6HP“-Standard im ATO24 Shop findet sich zudem das Ravenol ATF 6HP Fluidsowie ein „Universal-Öl“ von Amsoil.

Dabei handelt es sich um das AMSOIL Signature Series kraftstoffsparendes Synthetisches Automatikgetriebeöl ATF. Es ist dabei universell, da es durch seine spezielle Rezeptur für viele Standards gleichzeitig verwendbar ist.

 

Fazit:

Verbraucher, die gerne nach Ersatzprodukten schauen möchten, sollten sich nicht durch die vielen Standards und Teilenummern irritieren lassen. Es gilt eher, einem „roten Faden“ wie im Praxisbeispiel zu folgen. Dadurch lassen sich schnell aber zuverlässig gleiche Produkte finden, die aber preislich weit auseinander liegen können und die Einsparungspotenziale beweisen.