Ein 10W-40 Motoröl gehört neben dem 5W-30 Motoröl zu der meist gesuchtesten und gekauften Motoröl Viskosität. Doch was genau bedeutet 10W-40 eigentlich und warum gibt es so viele verschiedene Öle trotz derselben Viskosität? Diese und weitere Fragen klären wir im Verlauf dieses Blogartikels auf.  

 


 

Inhaltsverzeichnis

1. Wofür steht 10W-40 eigentlich?

2. Das solltest Du beim Kauf eines 10W-40 beachten

3. 10W-40 Motoröl - Die API Spezifikation

4. ACEA Spezifikationen

5. 10W-40 Motoröl Freigaben

6. 10W-40 Motoröle im Vergleich

7. Unterschied 10W-30 und 10W-40

8. Die Verwendung und Nachfrage nach 10W-40 Motoröl sinkt

9. Vollsynthetisches 10W-40 Motoröl

 


 

Wofür steht 10W-40 eigentlich?

10W40 steht für eine Mehrbereichs-Viskosität. Als 10W-40 korrekt ausgeschrieben, verweisen die beiden Bausteine 10W und 40 auf eine Ganzjahreseinsatzzeit (Eignung für Winter- und Sommerzeit). Diese Mehrbereichsöle wurden vor über 50 Jahren entwickelt und sollten den Trott ablösen, das Öl zur Sommer- und Winterzeit wechseln zu müssen.  Die Viskosität spiegelt im Endeffekt die effektive Zähflüssigkeit des Öles bei hohen und niedrigen Temperaturen wider. Es behält also trotz der Temperaturschwankungen seine Zähflüssigkeit bei.

 

Doch wofür stehen die Kennungen 10W und 40 dann überhaupt?

10W steht für die Fließfähigkeit im Winter (dafür das W). Die Zahl 10 steht für eine gewisse Fließeigenschaft im Winter. Umso geringer die Zahl vor dem W, umso besser ist die Fließeigenschaft bei kalten Temperaturen und beim Kaltstart. Ein 5W-30 Motoröl hat demnach eine bessere Fließeigenschaft als ein 10W-40 Motoröl. Dies entschuldigt sich aber mit der Tatsache, dass vor allem modernere und energieffiziente Motoren mit niedrigeren Viskositäten auskommen.

Die Zahl 40 steht für die Zähflüssigkeit des Öles bei einer Temperatur von 100 Grad. Auch hier gilt wieder: Umso geringer die Zahl, umso geringer ist die Zähflüssigkeit bei einer Temperatur von 100 Grad. Demnach ist ein 10w40 Motoröl dickflüssiger als ein 0W-30 Motoröl.

 

Das solltest Du beim Kauf eines 10W-40 beachten

Auch wenn das Fahrzeughandbuch ein 10w-40 Motoröl empfiehlt, ist nicht gleich das richtige 10W40 Öl gefunden. Beim Kauf eines 10W-40 muss auf die vorgeschriebenen Spezifikationen und Freigaben geachtet werden.  Sie stehen für die besonderen chemischen Eigenschaften eines Öles.

Allerdings ist für den Endkunden oftmals unklar, wofür diese ganzen Abkürzungen überhaupt stehen und welche Unterschiede sie bergen. Aus diesem Grund haben wir diese folglich kurz aufgelistet. Beim Kauf eines 10W-40 Motoröles werden einem vorwiegende die API und ACEA Spezifikationen begegnen.

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10W40 Motoröl - Die API Spezifikation

Eine API Spezifikation kann für Dieselmotoren oder Benzinmotoren gelten. Die Abkürzung „S“ steht bei einer API-Spezifikation (bspw. API-SN) für die Benzinmotoren. Der zweite Buchstabe nach dem S verläuft von A bis N. Mit zunehmender Buchstabenfolge verfügt das Motoröl über eine höhere Additivierung, also stärkeren künstlicheren Qualitätsanreicherung. Die Abkürzung „C“ steht in diesem Fall für Dieselmotoren (bspw. API-CC) und trägt den zweiten Buchstaben von C bis F. Die genaue(n) Spezifikation(en) und Freigabe(n) eines 10W40 Motoröles sind immer auf dem Etikett der Flasche zu finden.

Und hierfür stehen die einzelnen API Spezifikationen:

 

Ottomotoren:

API SA – Für Fahrzeuge bis zu einem Baujahr von 1930 geeignet.

 

API SB – Für niedrig beanspruchte Motoren nach dem Baujahr 1930. Beinhaltete aktive

Verbesserer gegen Alterung, Korrosion und Verschleiß.

 

API SC – Für mittelbelastete Motoren mit einem Baujahr von 1964 bis 1967.

 

API SD – Für schwer belastete Motoren mit einem Baujahr von 1968 bis 1971.

 

API SE – Für sehr schwer belastete Motoren mit einem Baujahr von 1971 bis 1997.

 

API SF – Für sehr schwer belastete Motoren (wie API SE) mit verbessertem Schutz gegen Verschleiß und Schlammbindungen.

 

API SG – Eingeführt seit 1989. Für sehr schwer belastete Motoren (wie API SF) und zusätzlichem Schutz gegen Schwarzschlamm. Geeignet für Motoren mit einem Baujahr von 1987 bis 1993.

 

API SH – Eingeführt seit 1993. Verfügt über die Eigenschaft der API SG, jedoch mit einem maximalen Gehalt an Phosphor von 0,12%.

 

API SJ – Eingeführt seit 1996. Verfügt über die Eigneschaft der API SG & API SH, jedoch mit einem maximalen Gehalt an Phosphor von 0,10%.

 

API SL – Eingeführt seit 2001. Als Nachfolger der API SJ Spezifikation entspricht es modernen Abgasrichtlinien.

 

API SM – Eingeführt im November 2004. Verfügt über verbesserte Oxidationsstabilitäten, Schutz gegen Ablagerungen und Verschleißschutz. Im Vergleich zu den vorherigen API Spezifikationen verfügt es eine bessere Kaltstarteigenschaft.

 

API SN – Eingeführt im Oktober 2010. Trotz Neuausrichtung ist es auch für ältere Motoren geeignet. Verfügt über einen Hochtemperaturschutz der Kolben, Schlammkontrolle, höhere Dichtungskompatibilität, geringen Kraftstoffverbrauch und Turboladerschutz. 

 

Dieselmotoren:

API CC – Motoröl für geringere Beanspruchungen.

 

API CD – Eingeführt im Jahr 1995 und für hohe Motorbeanspruchungen. Lange Zeit der Internationaler Standard für Turbodiesel Motoren.

 

API CE – Eingeführt im Jahr 1984 und für sehr hohe Motorbeanspruchungen. Verbesserte Kontrolle des Ölverbrauchs, Ölverdickung, Ablagerungen und Verschleiß.

 

API CF-4  - Eingeführt im Jahr 1990. Weitere Verbesserungen im Ölverbrauch und Kolbenablagerungen.

 

API CF – Eingeführt im Jahr 1994. Modernisierte Version der API CD Spezifikation. Geeignet für eine Auswahl an indirekten Einspritzungen.

 

API CF-2 – Eingeführt im Jahr 1994. Weitere Verbesserungen im Ölverbrauch und Kolbenablagerungen. Geeignet für 2-Takt Dieselmotoren.

 

API CG-4 – Eingeführt im Jahr 1994. Entwickelt auf Basis der API, verbessert um den Schutz vor Rückständen auf den Kolben, Korrosion und Oxidationsstabilität.

 

API CH-4 – Eingeführt im Jahr 1998. Weiterentwicklung auf Basis der API CG-4 Spezifikation. Liefert verbesserten Schutz vor Ruß, Verschleiß und Ablagerungen auf den Kolben.

 

API CL-4 – Eingeführt im Jahr 2002. Entwickelt, um den Emissionsstandards von 2004 gerecht zu werden. Ist rückwärtskompatibel zu den Spezifikationen CH-4, CG-4, CF4, CE und CD.

 

ACEA Spezifikationen

Die ACEA Spezifikation ist das europäische Äquivalent zur amerikanischen API Spezifikation. Auch hier bilden Buchstaben Indikatoren für den Einsatzbereich.

 

A = Benzinmotoren (Ottomotoren)

B = Dieselmotoren

C = Benzin- und Dieselmotoren mit Abgasnachbehandlungssystemen (z.B. Dieselpartikelfilter)

 

Benzinmotoren

A1 – Fuel-Economy-Motorenöle mit abgesenkter HTHS-Viskosität.

A2 – Für konventionelle Leichtlaufmotoröle.

A3 - Konventionelle Leichtlaufmotoröle mit höheren Anforderungen als A2. Übertrifft A2 hinsichtlich Verdampfungsverlust, Viskositätsstabilität und Kolbensauberkeit.

A5 – Erfüllt höchste Anforderungen bezüglich der Alterungsbeständigkeit, Verschleißschutz, Motorensauberkeit und Ölwechselintervallen. Eine abgesenkte HTHS-Viskosität ermöglicht einen geringen Kraftstoffverbrauch.

 

Dieselmotoren

B1 – Fuel-Economy-Motorenöl mit abgesenkter HTHS-Viskosität.

B2 – Spezifikation für konventionelle Leichtlaufmotoröle.

B3 – Konventionelle Leichtlaufmotoröle mit höheren Anforderungen als B2. Übertrifft B2 hinsichtlich Nockenverschleiß, Kolbensauberkeit und Viskositätsstabilität.

B4 – Erfordert herausragende Reinigungs- und Dispersionseigenschaften sowie erhöhten Widerstand gegen Öl-Eindickung durch Rußpartikel, speziell bei Diesel-Direkteinspritzung, außer PD-Diesel.

B5 – Erfüllt höchste Anforderungen hinsichtlich der Alterungsbeständigkeit, Viskositätsstabilität, Kraftstoffeinsparung, Abgasemission, Verschleißverhalten und Motorsauberkeit. Ermöglicht zudem einen geringeren Kraftstoffverbrauch.

 

Benzin- und Dieselmotoren mit Abgasnachbehandlungssystem

C1 – Low SAPS Motoröl mit abgesenkter HTHS-Viskosität und niedriger Viskosität (OW und 5W). Leistungsstandard wie A5/B5, jedoch mit streng limitierten Anteilen an Phosphor (bis 0,5%), Schwefel (bis 0,2%) und Sulfatasche (bis 0,5%).

C2 – Mid SAPS Motoröl mit abgesenkter HTHS-Viskosität und niedriger Viskosität (0W oder 5W). Leistungsstandard wie A4/B5, jedoch mit höheren Anteilen an Phosphor (0,07-0,09%), Schwefel (bis 0,3%) und Sulfatasche (bis 0,8%).

C3 – Mid SAPS Motoröl mit hoher HTHS-Viskosität und geringer Viskosität (0W oder 5W). Leistungsstandard wie A4/B5, jedoch mit höheren Anteilen an Phosphor (0,07-0,09%), Schwefel (bis 0,3%) und Sulfatasche (bis 0,8%).

C4 – Low SAPS Motoröl mit hoher HTHS-Viskosität und niedriger Viskosität (0W oder 5W). Leistungsmerkmale wie A3/B4 jedoch mit höherem Anteil an Phosphor (0,09%), Schwefel (bis 0,2%) und Sulfatasche (bis 0,8%). Weist geringere Verdampfungsverluste auf.

 

10W-40 Motoröl Freigaben

Wie bei anderen Motorölen, kann auch für ein 10W-40 eine Freigabe gelten. Diese Freigaben sind auf dem Flaschenetikett neben den Spezifikationen aufgelistet. Zu den bekanntesten Freigaben gehören jene von BMW (bspw. LL-04), VW (bspw. VW 507 00) und Mercedes Benz (bspw. MB 251.0). Die Freigaben beim Motoröl sind vergleichbar mit einem Qualitätssiegel der Automobilhersteller. So gibt dieser Hersteller eine bestimmte chemische Eigenschaft von Ölen aus, die erfüllt werden müssen, um zulässig für die Autos aus der eigenen Produktserie zu sein.

Eine genauere Auflistung verschiedener Motoröl Freigaben findet sich in unserem Blogartikel „Motoröl Freigaben im Detail“.

 

10W40 Motoröle im Vergleich

Liqui Moly MoS2 10W-40

Liqui Moly MoS 10W-40

  » Spezifikationen: ACEA A3, ACEA B4, API SL und API CF

  » Teilsysnthetisches Motoröl

 
Liqui Moly MoS2 10W-40

 

 

 

 

 

Ravenol TSi 10W-40

Ravenol TSi 10W-40

         » Spezifikationen: API SN, API SM, ACEA A3/B4

         » Teilsynthetisches Motoröl

         » Freigaben: MB 229.1, VW 501 00, VW 505 00, BMW Spezialöl

       
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Motul 6100+ 10W-40

Motul 6100+ 10W-40

        » Spezifikationen: API SN, API CF

        » Teilsynthetisches Motoröl

        » Freigaben: MB 229.3, RN 0710, RN 0700, VW 502 00, VW 505 00

 

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 ATO24 Motorenöl SEMI SYNTH 10W-40 

ATO24 10W-40 Motoröl

 

» Spezifikationen: ACEA A3, ACEA B4, API CF, API SM

» Teilsynthetisches Motoröl

» Empfehlungen: MB 229.1, BMW Spezialöl, VW 501 01, VW 505 00

 

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Unterschied 10W-30 und 10W-40

So gering der Unterschied auch ist, umso größer ist die Nachfrage nach den Unterschieden dieser Viskositäten. Beide teilen die Wintereigenschaft „10W“, wodurch sie bei geringen Temperaturen und dem Kaltstart dieselben Eigenschaften aufweisen. Die Indikatoren 30 und 40 verweisen auf einen Unterschied bei hohen Temperaturen. So zeigt das 10W-40 eine leicht höhere Zähflüssigkeit bei hohen Betriebstemperaturen. Dieser Unterschied kann von Vorteil sein, wenn der Motor bei einem 10W-30 Motoröl Ölverluste aufweist. Zähflüssigeres Öl würde deutlich schwerer durch die Dichtungen gepresst werden.

 

Die Verwendung und Nachfrage nach 10W-40 Motoröl sinkt

In den vergangenen Jahren hat sich die Automobilindustrie unter anderem auf die Verbrauchsreduzierungen der Motoren fokussiert. Das Resultat sind geringere Betriebstemperaturen während der Ölschmierung sowie eine verbesserte Kraftstoffeffizienz. Diese geringen Temperaturen im Motorraum kommen mit dünnflüssigeren Ölen, wie einem 5W-30 oder 0W-20 besser zurecht.

 

Vollsynthetisches 10W40 Motoröl

Ein 10W-40 Motoröl ist in der Regel immer teilsynthetischer Natur. Folglich ist es sehr unwahrscheinlich ein vollsynthetisches 10W-40 Motoröl zu finden. Warum? Weil vollsynthetische Öle über so gute chemische Eigenschaften verfügen, dass sie automatisch geringere Viskositäten aufweisen (bspw. 0W-30 oder 5W-30). Nur weil diese Öle vollsynthetisch sind, sollte jedoch nicht vom 10W-40 abgewichen werden. Verweist das Fahrzeughandbuch auf die Verwendung eines 10W-40, sollte auch eines verwendet werden. Eine deutlich geringere Viskosität kann dazu führen, dass das Motoröl durch die Dichtungen hindurchdringt und keine optimale Schmierung gewährleistet wird.