Additive für das Auto

Bei Additiven im Automobilbereich handelt es sich um speziell zugeschnittene Hilfs- oder Zusatzstoffe. Beigefügt werden sie dabei dem Kraftstoff, Motoröl, Getriebeöl oder auch dem Kühlsystem und sollen deren Performance optimieren.

 

Schon in Kraftstoffen und Ölen befinden sich wichtige Additive und bilden einen essenziellen Grundbaustein. Ohne diese könnte der Kraftsoff nicht richtig verbrannt werden und das Öl nicht so schmieren, wie es sollte. Demnach stellt sich allgegenwärtig die Frage, warum die ganzen (Zusatz-) additive nicht gleich im Kraftsoff oder Öl enthalten sind?!

 

Die Antwort darauf ist, dass die Grundadditive im Kraftstoff und Schmierstoffen eine solide Funktionsbasis bilden. Weitere Additivehingegen dienen der spezifischen Optimierung. Da spezielle Additive auch andere Wirkungsintervalle aufweisen, können sie nicht direkt den Grundadditiven beigemischt werden. Spezielle Additive unterscheiden sich zudem wie folgt:

 

-Kraftstoffadditive für Benzin und Diesel:

Einer Kraftstoffverbrennung folgen gleichzeitig Partikelrückstände. Diese Ablagerungen finden sich im Verbrennungssystem, Einspritzdüsen, Ventilen und Düsennadeln wieder. Weitere Folgen sind Leistungsbeeinträchtigungen, Schadstoffe und ein höherer Kraftstoffverbrauch. Durch zusätzliche Additive werden bestehende Ablagerungen beseitig und weitere verhindert. Die Kraftstoffverbrennung wird sequenziell verbessert.

 

-Kühler-Additive:

Auch in der Kühlerflüssigkeit setzen sich immer wieder Rückstände ab und verhindern eine optimale Betriebsleistung. Additive lösen auch hier wieder alte Rückstände und verhindern weitere Rückstandsbildungen. Zudem liegt die große Stärke im Abdichten kleiner Risse, um den Kühlmittelverlust zu verhindern.

 

-Öl-Additive:

Schon beim Fahren im Schongang entstehen Reibungen im Motor. Kleinste metallische Rückstände bilden sich und setzen sich im Motoröl ab. Das gesamte Öl wird dadurch verschmutz. Zusätzliche Additive sorgen für weniger Reibung und vermindern somit gleichzeitig die Ölverschmutzung. Weniger Reibung bedeutet zudem weniger Motorverschleiß.

 

Trotz der vielen verschiedenen Aufgaben haben all diese Additive eines gemeinsam: Sie alle weisen eine reinigende Wirkung auf, pflegen mechanische Bauteile und agieren gegen Verschleiß und Korrosion.  Schon durch diese erzielen sich sequenzielle Verbesserungen des Kraftstoffverbrauches und ein einwandfrei laufender Motor. Der Motorzustand bleibt somit über längere Zeit stabil.

 

Machen Additive bei jedem Fahrzeug Sinn?

Additive sind nicht so spezifisch wie Motorenöle, bei denen eingeschränkte Freigabe und Spezifikation die Anwendung eingrenzen.  Vielmehr wird zwischen dem Einsatz in neuen und alten Fahrzeugen unterschieden. Schließlich weicht die Wirkung zwischen diesen beiden am deutlichsten ab. Trotzdem bleibt es für alle Fahrzeuge- egal welches Alter- eine sinnvolle Investition.

 

Additive für alte Autos:

Additive entfalten ihre größte Wirkung bei älteren Autos. Dies erklärt sich allein aus Verschleißgründen, die dem Alter geschuldet sind. Nicht weniger erkennbar an lauteren Motorgeräuschen. Additive reinigen dabei das Motoröl und verringern die Reibung. Die Geräuschbildung nimmt  erkennbar ab und weiterer Verschleiß wird eingedämmt.

 

Vor allem Old- und Youngtimer sowie Saisonautos weisen größere Standzeiten auf. Der Kraftstoff veraltet und kann sogar zur Korrosion des Tanks führen. Bei Dieselkraftstoff kann es sogar zur Bildung von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen kommen, die das Kraftstoffsystem verunreinigen und den Filter blockieren. Durch spezielle Additive kann zum einen der Alterungsprozess des Kraftstoffes verändert werden und beugt organischen Verunreinigungen im Tank vor.

 

Poröse Dichtungen gehören zu einem bekannten Phänomen bei alten Fahrzeugen. Additive geben diesen ihre weiche Form wieder und verhindern das Austreten von Öl. Insgesamt setzen Additive bei älteren Autos dort an, wo sich über die Jahre viele Ablagerungen erkennbar machen und wichtige Funktionen einschränken.

 

Additive für neue Autos:

Neue Fahrzeuge weisen natürlich noch keine gravierenden Rückstände oder undichten Stellen auf. Doch Additive werden somit nicht unnütz, sondern agieren eher präventiv.

 

Werden neue Motoren eingefahren, müssen sich trotz präziser Fertigung, viele Teile erst „einschleifen“, bevor sie ihre optimale Ausrichtung finden. Durch Additive wird bei diesem „Einschleifen“ ein zu starker Verschleiß und Verunreinigungen des Öles verhindert.

Wo noch keine Rückstände zu finden sind, sollten auch am besten erst keine entstehen. Genau dabei helfen spezielle Additive.

 

Bei neuen Autos werden vorwiegend Kunststofftanks verbaut, die nicht die Korrosion und den Verschleiß von anderen Tanks aufweisen. Somit werden  Additive zumindest in dem Bereich unbrauchbar.

 

Für eine saubere Umwelt:

Die Qualität von Kraftstoffen kann zwischen Ländern variieren. Additive gleichen diese Qualitätsdifferenzen aus und garantieren eine saubere Verbrennung, ohne Rückstände. Ein sauberes Verbrennungssystem verbrennt den Kraftstoff zudem mit weniger Energie, als eines mit vielen Ablagerungen. Folglich braucht es weniger Kraftstoff für die gleiche Leistung und einen geringen CO2-Ausstoß.  Definitiv ein Pluspunkt für die Umwelt!

 

Fazit:

Additive sind in ihren Wirkungen sehr breit aufgestellt. Sie versprechen viel und halten diese auch ein. Doch Vorsicht vor zu hohen Erwartungen. Kraftstoffeinsparungen sind nicht literweise zu verstehen und reinigende Wirkungen sind nicht mit klinischer Reinheit zu verwechseln. Am wichtigsten erscheinen dann vielleicht doch die Wirkungen über die Zeit. Weniger Verschleiß und Rückstände schaffen schließlich eine längere Lebensdauer von Fahrzeugteilen.